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Kritik: "Caligula und das Mädchen auf der Treppe" von Helwig Arenz

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Das Theaterstück „Caligula und das Mädchen auf der Treppe“ setzt dem Zuschauer direkt beim Betreten des Raumes ein Fragezeichen in den Kopf, da vieles wortwörtlich auf dem Kopf steht. Sei es eine Pflanze, die mit einem Hocker an der Decke hängt oder der Teppich, der halb an der Wand befestigt ist. So stellen die Akteure zumindest das Wohnzimmer von Caligulas Familie dar. Genauso chaotisch und verrückt wie die Familie selbst, wie man im Folgenden erfährt.

Die erste Szene wird mit dem Tod vom Schwager eingeleitet und der daraus folgenden Erkenntnis, dass der Vater seine Trauer nicht zeigen kann. Wenn man schon keine Trauer zeigen kann, warum nicht glücklich sein? Und mit diesem Gedanken tanzt er mit seinem Sohn zur Musik aus dem Plattenspieler. Caligula, auch Luka genannt, erzählt seinen Eltern vom Nachbarsmädchen, welches die Eltern nicht für gut halten, da sie aus einer „Hartz IV- Empfänger“-Familie stammt. Dies zeigt auch wie vorurteilsbehaftet die Eltern sind. Während der Diskussion flüchtet Caligula aus der Wohnung, um sich mit der Nachbarstochter, Janette bzw. Eileen, am Treppenabsatz zu treffen.

Diese scheint auch Probleme mit ihren Eltern zu haben. Sie verhält sich dem Klischee entsprechend wie ein Assi-Kind. Daraufhin wird das Stück fortgesetzt, mit der Beziehung der Eltern Caligulas, welche momentan verstritten sind, da die Lage angespannt ist und nicht mehr wie früher zu sein scheint. Seit der Geburt von Caligula konnten die Eltern ihre aufgestauten Gefühle nicht mehr ausleben, was dazu führte, dass sie sich nicht mehr zurückhalten konnten. Das Stück endet mit dem Durchbruch der Decke und dem Umzug der Kinder auf den Treppenabsatz.

Insgesamt sorgte das Stück für viele Lacher aus dem Publikum. Die Themen beziehen sich auf die heutige Zeit und den Alltag in der Familie. Teils kann man sich in diesem Stück - trotz vieler Übertreibungen - wiederfinden.

Von Selin Erol und Kübra Şahiner, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg