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Kritik: Cie.Karyatides - "Les Misérables"

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Vive la Révolution, vive la peuple !

Es lebe die Revolution, es lebe das Volk!

Ungerechtigkeiten, Armut, Elend aber auch Hoffnung, Freundschaft und Liebe – Davon handelt das Theaterstück „Les Misérables“, nach dem gleichnamigen Roman von Victor Hugo. Es geht um einen Mann, der immer wieder mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird und nicht neu anfangen kann. Um eine Frau, die alles opfert, um ihr Kind zu ernähren. Um einen Inspektor, der nach außen stark scheint, aber im Inneren zerrissen ist und um ein Volk, das um das Überleben kämpft.

Frankreich… 19. Jahrhundert… Revolution…

Durch die Kombination aus Figurenspiel und Schauspiel konnten die Schauspielerinnen, Karine Birgé und
Marie Delhaye, ihr Theaterstück zu etwas Einzigartigem machen und den Klassiker von Hugo geschickt in Szene setzten. Viele Motive und interessante Techniken lassen das Stück spannend und anschaulich wirken. Hin und wieder gibt es aber auch lustige Momente, die das Theaterstück auflockern. Jede Figur ist einzigartig und drückt die Eigenschaften der Charaktere Hugos aus. Die Schauspielerinnen schaffen es, teilweise nur mit ihren Stimmen oder ihren Gesichtsausdrücken, die Figuren zum Leben zu erwecken. Auch das Bühnenbild, die Musik und das Licht sind perfekt aufeinander abgestimmt und erzeugen eine teils bedrohliche, aber auch ergreifende Atmosphäre.

Auch wenn man das anspruchsvolle Französisch der Originalversion nicht versteht, kann man dem Stück mit den deutschen Untertiteln gut folgen. Durch das Spiel mit den Figuren ist das Geschehen sehr anschaulich und man versteht es daher auch ohne den Roman vorher gelesen zu haben.

„Solange es auf der Erde Unwissenheit gibt und Elend, werden Bücher wie dieses nicht ohne Wert sein.“

 – Victor Hugo

Dieses Zitat gilt sicher auch für das toll inszenierte Theaterstück, dass die Handlung des Buches in neuer Weise wiedergibt.

Von Janina Wagner, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg