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Kritik: Puppentheater Magdeburg - "Wilde Reise durch die Nacht"

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Einzigartig: Das von Walter Moers inspirierte Stück ist Puppentheater ohne Puppen

Der Illustrator Gustave Doré ist allein in der Nacht seines Todes. Er blättert durch seine Werke und es entsteht ein wildes Abenteurer. Darin stellt der Tod dem Protagonisten sechs scheinbar unlösbare Aufgaben: Eine Jungfrau befreien, sich in einem Wald voller Ungeheuer möglichst auffällig verhalten, sich selbst gegenüberstehen. Besteht er alle Aufgaben so entkommt er dem Tod.

Die Aufführung wird hervorgebracht in einer Mischung aus Live-Hörspiel, Schattenspiel und Videoprojektion und setzt damit das eigene Kopfkino in Gang, was auf wunderbare Weise funktioniert. In einem großen Kasten mit halbtransparenter Rückwand, was einem Labor ähnelt, ist eine Versuchsanordnung mit unüberschaubar vielen Details aufgebaut. Es wird live geflötet, gehupt, geraschelt, geseufzt, gegurgelt, gepfiffen und musiziert. Auch erwecken die Schauspieler mit ihren verblüffend wandelbaren Stimmen mehrere Gespenster und Ungeheuer zum Leben.

Das Stück „Wilde Reise durch die Nacht“ gibt bedeutungsvollen Themen, wie der Erinnerung an die erste große Liebe, der Furcht vor der Sterblichkeit oder der Frage der Sinnhaftigkeit des Lebens eine intensive Dimension.

Von Elsa Zogejani, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg