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Kritik: Theater an der Parkaue & nortoncommanderproductions Berlin - "Robinson Crusoe"

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Allein auf einer einsamen Insel mit Kannibalen? Man glaubt es kaum, aber Robinson Crusoe hat es sage und schreibe 23 Jahre lang, nachdem er am 30. September 1659 auf die Küste der einsamen Insel gespült wurde, überlebt. Und nicht nur das: Er schafft sich sein eigenes Königreich. Ob Hütten, Stühle, Tische und viele, ja wirklich sehr viele Zäune – Robinson Crusoe hat alles allein errichtet.

Mitten auf der Bühne steht sie, die Insel. Per Live Kamera wird dem Publikum ermöglicht, sich ins Geschehen hinein zu versetzten. Anfangs scheint Robinson wie ein Höhlenmensch zu leben, doch durch seine zahlreichen Ideen, bringt er sich das Jagen und das Bauen seiner Unterkünfte und seines eigenen kleinen Paradieses bei. Immer wieder muss er sich in Acht nehmen, weil er von starken Ungewittern und gefährlichen Tieren heimgesucht wird. Er rettet einen einheimischen Kannibalen vor der Verfolgung Anderer und nennt ihn Freitag. Crusoe bringt ihm die englische Sprache bei und lehrt ihn einige britische Sitten. Beide werden von einem Kreuzfahrtschiff gerettet und nach Europa gebracht.

Besonders interessant wird „Robinson Crusoe“, nach dem Roman von Daniel Defoe, durch das herausragende Bühnenbild. Mitten in der Bühne – die Insel, aufgebaut auf einer Tischtennisplatte. Im Hintergrund stehen jeweils links und rechts Regale, in welchen sich sehr viele Requisiten zum Aufbauen der Insel befinden. Seitlich hängen viele Plakate von vorherigen Aufführungen des Stückes. Mit ihren einzigartigen Songs, die zum Teil das Geschehen, aber auch die jetzige Situation auf der Bühne wiederspiegeln, erzielen die Schauspieler besonders durch das Rappen die Aufmerksamkeit des jungen Publikums, aber auch durch einige interaktive Fragen und Handlungen. Interessant ist der häufige Szenenwechsel von der Vergangenheit und der Gegenwart, denn dies geschieht durch den Laut „Ehm- Zack“. Immer wieder bekommt das Publikum auch Projektionen zu sehen, wie zum Beispiel Crusoe beim Möbel bauen oder wie er von seinem Alltag auf der Insel berichtet. Durch eine anscheinend Kranke Schildkröte, welche Robinson verspeist hat, bekommt er Fieber und dreht völlig durch. Als sich die Situation verschlimmert verändert sich auch das Bühnenbild. Nun wird das Publikum mit vielen roten Lichtern beschienen, während die Protagonisten mit einer selbstgebauten Rassel Geräusche erzeugen, während man wiederum auf der Projektion das Leiden von dem Kranken Robinson sieht.

Robinson Crusoe und Freitag werden ein enges Team und Robinson findet die richtigen Worte: „Never change a winning team“. Im Großen und Ganzen ist es ein wunderbar gelungenes Theaterstück, welches durch viel Beifall auch während des Stücks belohnt wurde.

Von Tijana Todoranovic und Daniel Klause