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Kritik: theaterkohlenpott/Herne - "Ich bin Jerry"

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Ist Vertrauen besser als Misstrauen? – Mit dieser Frage beschäftigt sich das Ensemble von „theaterkohlenpott“.

Das Theaterstück „Ich bin Jerry“ handelt von Jerry, der in einer glücklichen Beziehung ist. Jedoch ist seine Freundin, anders als besprochen, nicht zu einem seiner Konzerte gekommen. Daraus ergibt sich die Frage: Wo ist sie? Soll Jerry sie anrufen und fragen was sie macht? Oder soll er stattdessen darauf vertrauen, dass sie einen guten Grund hatte nicht zu kommen?

Die Situation spitzt sich allerdings zu, als sie nach ein paar Wochen morgens plötzlich verschwindet und eine SMS hinterlässt, in der sie behauptet, sie brauche drei Tage Auszeit, um nachzudenken. Selbstverständlich macht sich Jerry Sorgen und erneut stellt sich die Frage, was er nun tun soll. Soll er sie anrufen, sie suchen, sie sogar bei der Polizei als vermisst melden? Oder soll er mal wieder nichts tun und ihr vertrauen?

Im Laufe des Stückes kristallisiert sich heraus, wie blind wir anderen Menschen alltäglich vertrauen. So zum Beispiel unseren Eltern, dem Freund oder der Freundin, der Polizei, den Medien, der Menschheit im Allgemeinen. Auf der anderen Seite zeigt das Theaterstück aber auch, wie nervig Misstrauen ist, das oft in Kontrolle und Überwachung endet. Zudem betont es die Wichtigkeit, Menschen weiterhin zu vertrauen, auch wenn sie einen schonmal im Stich ließen.

Das Publikum wird während des Zusehens aktiv in das Stück miteingebunden, indem die Schauspielenden einzelne Personen nach ihrer Meinung oder einem Ratschlag fragen. Es ist somit gezwungen, sich mit der Thematik auseinander zu setzen.

Allgemein vermittelt das Stück ein solch schwieriges Thema mit Humor und die Musik wird an geeigneten Stellen eingesetzt. Es ist durchaus unterhaltsam und definitiv weiterzuempfehlen.

Von Kristin Oechsle, Hardenberg-Gymnasium Fürth