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Kritik: trickster-p - "Nettles"

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Der Kunstparcours „Nettles“, zu Deutsch: Brennnesseln, der Gruppe Tricksterp lädt das Publikum zum Eintauchen ein. Das Publikum durchlebt eine facettenreiche Erfahrung in Form einer Reise durch unser menschliches Dasein, gespiegelt durch Kindheit und Tod.

Das im Rahmen des licht.blicke-Festivals auf AEG aufgeführte Stück ist ein Hörerlebnis für das Selbst, das mit sich und der Welt nach dem Tod einer geliebten Person zu kämpfen hat. Die menschliche Verwundbarkeit zeigt sich in der doppelten Schicht der Zerbrechlichkeit des Körpers und dem unwirklichen, mysteriösen Leben unseres tiefsten Ichs.

Die Ursprünglichkeit der Kindheit wird konkretisiert, Erinnerungen und die Besessenheit der Erinnerung werden mit der eigenen Erfahrung mit dem Tod verknüpft. Eingebettet ist das Stück in eine visuelle und akustische Landschaft in mehreren Räumen, die durch das Licht verstärkt und erweitert wird.

Jeder Raum zeigt eine Szene im Leben der Stimme aus den Kopfhörern und ihre Geschichte im Vorgang der Erinnerung an den Toten. Als Zuhörender allein in diese Geschichte eintauchen zu müssen und den Raum mit allen Sinnen zu entdecken ist mit viel Emotion und Hingabe zum gesprochenen Text verbunden. Es kommt vor, dass Teilnehmende inmitten des leeren Raumes kauern und die Kopfhörer abnehmen wollen, andere sehnen sich nach etwas zum Festhalten, sei es ein Objekt oder ein anderer Mensch. Durch das Durchleben einer Vielzahl an Emotionen und Gedanken schafft Tricksterp eine Kulisse der Selbstfindung und Erkenntnis über die Wirkung des simplen Zuhörens.

Von Mihaela-Elena Racaru, Willstätter-Gymnasium Nürnberg