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Kritik: Grips Theater Berlin - "Dschabber"

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Sagen wir, wir wissen wie das ist, wenn die Leute einen für einen Freak halten. Sagen wir, wir fühlen uns nicht ganz wohl dabei. Ich frage Sie: Warum müssen wir uns überhaupt darüber Gedanken machen, ob sich jemand wegen den Haltungen oder Äußerungen und Handlungen einer anderen Person unterdrückt fühlt?

Wenn man sich in Deutschland dafür entscheidet, ein Kopftuch zu tragen, entscheidet man sich dafür, ausgegrenzt zu werden. Für einen täglichen Kampf, sich vor anderen selbst behaupten zu müssen. Den einen Tag ohne Kopftuch respektiert – den nächsten mit Kopftuch verschmäht.

Warum sind die Menschen so? Vielleicht weil sie denken, dass von den Frauen mit Hidschab eine Gefahr ausgeht (Stichwort: Sprengstoff). Vielleicht weil sie glauben, dass die Frauen die Kopftücher gezwungenermaßen tragen müssen (Stichwort: Gleichstellung der Frau).

ABER: Es gibt fast zwei Milliarden Muslima auf der Welt. Sagen wir, die sind nicht alle gleich.

Mit diesem Thema wird sich in „Dschabber“ auf mitreißende Art und Weise auseinandergesetzt. Es wird sich dabei eines anderen viel behandeltem Themas bedient: der Liebe. Schließen sich Islam und Beziehungen – zu Jungs – aus? Welche Rolle hat der Hidschab dabei? Zu vielen dieser Fragen hat man keine fundierten Antworten – und doch hat man eine Meinung dazu. Es kann durchaus passieren, dass man aus Dschabber herauskommt und sich der eigener Blickwinkel auf Frauen und Mädchen mit Kopftuch verändert hat. Und vielleicht auf einige der Fragen Antworten gefunden hat.

Die Inszenierung ist übersichtlich gestaltet, so dass man sich nie überfordert fühlt und den Überblick behalten kann. Trotzdem passiert auf der Bühne immer etwas. Es kann sich dabei um einen Sprung in eine andere Ebene handeln oder aber um eine Art Vorschau auf die darauffolgende Szene. Auf jeden Fall ist das Publikum gespannt bei der Sache, was unteranderem durch ein großartiges Theaterspiel der bezaubernden Schauspielenden bewirkt wird.

Sagen wir, vertrauen Sie mir und lassen Sie sich begeistern.

Von Marlene Krüger, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg