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Kritik: Maas Theatre & Dance/NL - "Solo für Nas & Jim"

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Super Nas, Mega Jim

Im Hirsch hinterlässt das Duo des Maas Theatre and Dance aus den Niederlanden mit ihrer einzigartigen Musikshow „Solo für Nas & Jim“ bei Jugendlichen ab 14 Jahren sowie bei Erwachsenen einen Eindruck wie vermutlich kein anders Musiktheater.

Nastaran Khorasani und Jimi Zoet spielen auf der Bühne keine Rolle. Sie spielen Nas und Jim – sie sind ihre eigenen größten Fans und wollen das Publikum von sich überzeugen. Zunächst kommt aber der Vor-Act, dieses Mal tatsächlich gespielt von Nas und Jim, der mit seinen schmeichelhaften Begrüßungen schon beim Einlass in den rosa beleuchteten und mit Blumen ausgeschmückten Raum die Zuschauer direkt anspricht, um sie in einen Bann der Begeisterung zu ziehen. Nach großer Ankündigung begleitet von hell leuchtenden, riesigen LEDs und lauten Bässen folgt der Auftritt des Superstar-Duos in ihren besonders eindrucksvollen Trachten.

Durch die teilweise selbstgeschriebenen Raps und Lieder über persönliche Angelegenheiten, hinterlegt mit Jims aufregenden Beats, drücken er und Nas auf authentische Weise ihre exzentrische Natur aus. Wir lernen die Akteure, auch durch die Interaktionen der beiden zwischendurch, kennen und gewinnen Einblicke in ihre Denkweisen und Motivationen. In ihrem Lied „What about me?/Sandy girl“ beklagt sich die Iranerin darüber, dass eine dunkelhäutige Schauspielkollegin einen wichtigen Theaterpreis erhielt und fixiert sich auf all ihre besonderen und exotischen Eigenschaften, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Love me“ singt sie in ihrer Autotune-Stimme.

Beim gesamten Auftritt kommt der Bezug zum Publikum jedoch nicht zu kurz. Sehr früh wird gerappt: „You are me“. In kurzen Unterbrechungen durch eine Stimme aus dem Off mit anregenden Fragen an das Publikum, haben die Zuschauenden die Gelegenheit, das Gehörte auf sich zu beziehen.

Mit einer klaren Message in ihrem Lied „Forever solo, together solo“ endet die Show. Fast ein bisschen mitleidserregend, möchte man denken. Doch wenn Nas zuletzt singt, wie in tiefster Dunkelheit ihre „Reflektion immer scheint“, verspürt man vielleicht doch ein wenig Inspiration beim Abgang des Megastar-Duos.

Von Nabil Iftekhar, Willstätter Gymnasium Nürnberg